Rundgang durch das Museum

Ein Rundgang durch das Museum St. Anton am Arlberg vermittelt Eindrücke der Geschichte des Ortes und der Region vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei der tiefgreifende Wandel, den der Skisport und der damit verbundene Tourismus nach sich gezogen haben.
 
Vom Mittelalter in die Neuzeit

Der erste Teil der Ausstellung ist dem Verkehr über den Arlberg seit dem Mittelalter und der damit verbundenen Besiedelung der Arlbergregion gewidmet. Eine prominente Rolle nehmen dabei Heinrich Findelkind und das von ihm 1386 gegründete Hospiz St. Christoph ein. Auch die Wanderer auf historischen Wegen werden berücksichtigt, unter anderem die Auswanderer, die aus wirtschaftlicher Not St. Anton verließen. Heute zählt die Geschichte der sogenannten Schwabenkinder sicherlich zu den bekanntesten Migrationsgeschichten der Vergangenheit.

 
Die ArlbergbahnDie Arlbergbahn

Der Bau der Arlbergbahn ab 1880 und ihre Eröffnung durch Kaiser Franz Joseph 1884 veränderten die Situation am Arlberg gravierend. Während der Bauzeit des Arlbergtunnels hatte in der „Tunnelstadt“ St. Anton reges Leben geherrscht. In der Ausstellung wird auf technische und soziale „Baustellen“ jener Zeit eingegangen. Durch die neue Bahnverbindung fanden schließlich erste Alpinisten den Weg in die Region, was eine folgenreiche Entwicklung des Fremdenverkehrs nach sich ziehen sollte.

 
Landwirtschaft und TourismusVon der Landwirtschaft zum Tourismus

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat St. Anton am Arlberg eine einstmals ungeahnte Veränderung durchgemacht. Ein zu Beginn des Jahrhunderts noch gänzlich landwirtschaftlich geprägtes Bergdorf entwickelte sich zu einer der modernsten Tourismusdestinationen weltweit. Dieser strukturelle Wandel wird anhand ausgewählter Beispiele im Museum anschaulich dokumentiert.

 
Hannes SchneiderSkisport

Natürlich wird dem Skisport im Museum St. Anton am Arlberg breiter Raum eingeräumt, ist dieser doch maßgeblich für den Wandel des Ortes verantwortlich. Zwei Pioniere dieses Sports stehen dabei im Mittelpunkt: Hannes Schneider und Rudolf Gomperz. Die beiden können in der Zwischenkriegszeit gewissermaßen als Erfinder des modernen Winterfremdenverkehrs angesprochen werden. Schneiders entwickelte die Ski- und Lehrtechnik und Gomperz bewarb diese in aller Welt. Die Filme von Arnold Fanck und die Entwicklung des Arlberg-Kandahar-Rennens trugen das ihrige dazu bei, den Ruf St. Antons als „Holmenkollen des alpinen Skilaufs“ zu festigen. Die erfolgreichen Rennläuferinnen und Rennläufer des Skiclubs Arlberg sind ebenso Bestandteil der Ausstellung. Zu ihnen zählen Gertrud Gabl und Karl Schranz aus St. Anton sowie Olympiasieger und Weltmeister Mario Matt, um nur einige zu nennen.

 
Sonderausstellungen und Skifilme

Ein eigener Raum bietet Platz für Sonderausstellungen, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Geschichte St. Antons näher beleuchten. In einer Art Kleinkino wird zum Abschluss des Rundgangs der 1931 gedrehte Film „Der weiße Rausch“ gezeigt. Dieser bekannteste Skifilm seiner Zeit wurde gänzlich am Arlberg gedreht und erwies sich in den 1930-er Jahren als bedeutender Werbeträger für St. Anton.